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Theater spielen - nur ein Hobby, oder doch mehr?
Warum stellen sich Menschen wie wir auf die Bühne, setzen sich dem Probenstress aus, lernen Text, besuchen Fortbildungen, organisieren, opfern damit ihre Freizeit, spüren vor der Aufführung das Lampenfieber? Die müssen doch alle "eine an der Waffel haben"! Da gibt es nur eine sinnvolle Antwort:
Theater macht Spaß und ist Lebenskunst - Leben und Kunst.
Der Begriff spannt den Bogen über ein Wechselverhältnis zwischen Leben und Kunst. Bezogen auf unser Metier, die Kunstform Theater, ergibt sich folgendes daraus:
Theater spiegelt das reale Leben, zeigt in einer gestaltenden Weise Menschen in ihren Beziehungen, Verwicklungen, Konflikten, in Machtstrukturen, in persönlichen, sozialen, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen - wir können uns oftmals im Theaterstück wieder finden. Oder wir erleben uns in Rollen und Situationen, die wir in unserem Leben nicht erfahren (können, sollen, oder dürfen). Wir können uns ausprobieren, mit uns spielen - Schauspielen. Wir lernen uns von anderen Seiten kennen, wir probieren uns aus und ergründen, was in uns steckt.
Theaterspielen ist für viele von uns Bestandteil unseres Lebens. Da wir, als geforderte Personen, natürlich nicht unsere Befindlichkeiten, Gefühle, Wünsche nach Anerkennung, unseren Frust, unsere Vorgeschichten und unsere Perspektiven vor der Probe an der Garderobe abgeben, wirkt sich Theaterspielen auch als Impulsgeber für individuelle Lebensläufe aus. Für uns ist das aktive Theatererleben eine der Quellen, die unser Leben mit formen und es bereichern. Nebenbei erwerben wir sogar noch ein paar Kompetenzen, die wir in unserem täglichen Leben sehr gut brauchen können. Dazu gehören u. A. Selbstsicherheit, Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kritikfähigkeit, Kreativität, etc.
Das Leben ist Gegenstand des Theaters, und Theater, in der Theatergruppe mitzuspielen, wird zum Gegenstand unseres Lebens.
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